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Unsere Bienenstöcke stehen in Kraichtal, einer Stadt in der Region
Kraichgau in Nord-Baden.
Der hügelige Kraichgau ist wegen seiner vielfältigen Landschaftsformen
und seiner Naturnähe beliebt bei Wanderern und Radfahrern.
27.3.2012
Wie produzieren die Bienen den Wachs
und wie entstehen daraus die Waben?
Es erscheint uns wie ein Wunder aber es
geschieht einfach so. Die Arbeiterinnen ketteln sich an den
entsprechenden Stellen im Bienenstock dicht aneinander zu einer
kleinen Bienentraube zusammen. Durch die enge Berührung und Bewegung
der Bienen erzeugen sie Wärme, die jüngsten Bienen fangen an zu
schwitzen und schwitzen buchstäblich den Wachs aus. Das sind
sogenannte quadratische Wachsplättchen, so weiß wie Schnee und
leichter als Daunenfedern, fleckenlos und leicht wie Luft, scheinbar
wirklich die Seele des Honigs. Es dauert 18 bis 24 Stunden, nachdem
eine derartige Hitze in dem Bienenstock entstanden ist, das man
glauben könnte die Bienen verenden. Und dann urplötzlich löst sich
eine der Bienen aus dem Inneren der Traube, klettert nach außen und
begibt sich an die höchste Stelle des Bienenstockes, schiebt die im
Wege hängenden Bienen beiseite und zieht mit Füßen und Mund eines
der acht ausgeschwitzten Plättchen aus dem ringförmigen und kegel
artigen Hinterteil ihres Körpers um es an dem höchsten Punkt so
zu befestigen, dass es mit Sicherheit sich selbständig nicht lösen
kann, nachdem sie das Plättchen geknetet, gebogen, gestreckt,
gehobelt, zurecht geschnitten und mit Speichel vermengt hat. Zu
diesem Zweck erzeugen sie zusätzlich einen Kleber, genannt Propolis.
Es ist die Grundsteinlegung umgekehrter Richtung, denn der Wabenbau
erstreckt sich von oben nach unten. Hat sie diese Arbeit erledigt
kommt eine zweite Spezialistin und danach eine dritte und vollendet
die erste Wabe. Gleiches geschieht auf der Rückseite. Der Boden der
Wabe ist pyramidenartig geformt. Wenn auf der einen Seite zwei Waben
fertig sind, passen die Bienen auf der anderen Seite den
pyramidenartigen Boden in die entstandene pyramidenartige Vertiefung
ein, sodass dadurch eine sehr stabile Konstruktion ohne Lücken
entsteht. Der Winkel dieser Pyramide ist so angelegt, dass der
Wachsverbrauch am minimalsten ist. Es könnte nicht besser von einem
Mathematiker errechnet werden. HJR.
Quelle: Das
Leben der Bienen von Marice Maeterinck, Unionsverlag
gruene zu bienensterben
21.2.2012
Woher weiß die
Königin in welche Zelle sie ein Drohnen- und in welche sie
Arbeiterinnenei (weibliches) legen soll?
Es gibt
verschiedene Vermutungen, die dieses bisher noch ungeklärtes
Phänomen erklären soll. Bekannter Weise sind die
Drohnenzellen größer als die Zellen für die weiblichen Eier. In
der Fachsprache ist von Stiften die Rede. Also die Königin
bestiftet die einzelnen Zellen, nachdem sie die Zelle sehr
eingehend vermessen hat. Interessant ist in diesem
Zusammenhang, dass die Königin (auch Weisel genannt) die weiblichen
Eier sehr sorgfältig in eine bestimmte Richtung in die Zelle
ablegt, während das Drohnenei in umgekehrter Richtung abgelegt wird.
D. h., der zunächst gerade Stift krümmt sich nach ein bis
zwei Tagen in eine bestimmt Richtung. Da nun die Drohnenzelle
sichtbar größer ist muss die Weisel ihr Hinterteil nicht krümmen
und das Ei gelangt dadurch auf anderer Weise in die Zelle. Das eben
könnte die Ursache sein warum in die größere Zelle das Drohnenei
gelangt. Bei gekrümmten Hinterleib, so wird vermutet, presst die
Weisel Samenfäden mit heraus die die Eier befruchten. Die
Zahl der Samenfäden wird von Dr. Leukart auf 20
Millionen geschätzt. Diese Samenfäden erhält die Königin beim
Hochzeitsflug. Es ist der Samen von einer Vielzahl von Drohnen,
die nach der Befruchtung absterben, da ihr Hinterteil teilweise in
der Weisel stecken bleibt. Fleißige Arbeiterinnen richten die
Königin nach ihrem Rückflug wieder her und entfernen dabei die
restlichen Körperteile der Drohnen.
Die andere Variante
besagt, dass die Bienenkönigin sehr wohl mit ihren
Schließmuskeln die unterschiedliche Bestiftung steuern kann. Der
Bienenvater names Drory aus Bordeaux hat in einem
Experiment alle Drohnenwaben entfernt und danach festgestellt, dass
die Weisel, wenn sie keine andere Möglichkeit sieht auch Drohneneier
in die kleineren Arbeiterinnenzelle legt.. Der Bienenkenner
Febre hat bei den... "Mauerbienen (Osminiac), auch einsame
Kunstbiene aus der Familie der Bauchsammler",...beobachtet,
dass diese Bienenart sehr wohl bestimmen kann, welche Ei in welche
Öffnung gelegt wird, weil sie häufig nicht viele
Möglichkeiten hat die Zellenlengröße zu variieren. HJR.
Quelle: Das
Lebender Bienen von Marice Maeterinck, Unionsverlag
28.9.2011
Imker verklagte bayrischen Staat auf Schadensersatz und bekam vor dem europäischen Gerichtshof Recht
Was war der
Hintergrund? Der Imker hatte seinen Honig chemisch untersuchen
lassen. Dabei wurde festgestellt, dass dieser mit
genmanipulierten (Mon 810) Maispollen (GVO-Pollen) versetzt war
und somit nicht verkehrsfähig war.
Der Imker musste einige Tonnen Honig vernichten lassen und verklagte
den bayrischen Staat auf Schadensersatz. Der Präsident des
Deutschen Imkerbundes nennt das Urteil geschichtsschreibend und
prophezeit, dass die Landwirtschaft künftig kein Interesse an
genmanipulierten Pflanzen haben wird, denn bisher unterlagen die
Landwirte schon der sog. gesamtschuldnerischen Haftung. Jetzt
würden beim GVO-Anbau aufwendige Schutzvorkehrungen getroffen werden
müssen, damit unsere Bienen keinen Schaden erleiden.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte bereits 2009
den Anbau von GV-Mais "Mon 810" verboten. Aber es gibt leider
noch 8h kontrollierte GVO-Versuchsflächen. Damit setzt sich
derzeit das OVG Lüneburg auseinander. Auch Olaf Tschimpke, Präsident
des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) begrüßt das
Gerichtsurteil. Er erklärte: "Dieses Urteil ist wegweisend für die
festgefahrene Debatte über die Abstandsregelungen zwischen den
Genmaisfelder und den Imkern. Die Bundesregierung muss daraus jetzt die
Konsequenzen ziehen. Tatsächlich sind Bienen weitaus wichtiger für eine
ertragsreiche und funktionierende Landwirtschaft als gentechnisch
veränderter Mais...".