Ableger bilden: Junge Völker für die Zukunft

ablegerkasten.jpgWer Ableger bildet, kann die Wirtschaftsvölker schröpfen und so den Schwarmtrieb dämpfen. Gleichzeitig sind die Jungvölker wichtig für die Zukunft der Imkerei.
 

Die Bienen vermehren sich natürlicherweise über den Schwarm. Da viele Schwärme entwischen, ist diese Vermehrung für den Imker schwer kontrollierbar. Deshalb ist die Ablegerbildung ein Bestandteil der Imkerei, die Bienen gezielt zu vermehren. Es gibt viele verschiedene Varianten, Ableger zu bilden. Hier stellen wir den Brutableger vor.

Ableger bilden: wieso?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Imker Ableger bilden sollten.

  • Schwarmvorbeugung: Wer Wirtschaftsvölkern Brutwaben entnimmt, also schröpft, dämpft den Schwarmtrieb. Weitere Praktiken der Schwarmverhinderung: Schwarmverhinderung – verschiedene Methoden
  • Varroabekämpfung: Entnimmt man den Völkern Brutwaben, entnimmt man mit ihnen auch die Varroamilben, die in den Brutzellen sitzen. So verringert man die Varroabelastung im Muttervolk. Die Ableger kann man später gut mit Milch- oder Oxalsäure behandeln, wenn sie brutfrei sind.
  • Verluste ausgleichen: Es ist normal, dass manche Völker den Winter nicht überleben oder im Spätsommer so schwach sind, dass man sie auflösen muss – vor allem nach Spättrachten. Deshalb müssen auch Imker Ableger machen, die ihre Völkerzahl nur konstant halten wollen. Überleben dann doch alle Völker den Winter, kann man im Frühjahr immer noch Bienenvölker verkaufen.
  • Imkerei vergrößern: Wer seine Imkerei vergrößern möchte und mehr Völker will, macht einfach mehr Ableger
  • Quelle: Biene & Natur –
    Autor: Boris Bücheler
    Schwarmzeit

Die Schwarmzeit ist für viele Imker die stressigste Zeit im Jahr, denn sie wollen nicht dass die Bienen schwärmen. Es gibt verschiedene Methoden zur Schwarmverhinderung, die je nach Witterung, Tracht und Saison unterschiedlich gut wirken.

Warum wollen die Bienen schwärmen?

Ganz einfach: Sie vermehren sich so, indem sich der Bien teilt. Der Schwarmtrieb hat sich über Millionen Jahre ausgeprägt und lässt sich bei selbst bei schwarmträgen Zuchten nicht immer unterdrücken. Prinzipiell wollen vor allem Völker schwärmen, die stark sind und denen es gut geht. Folgende Faktoren sind wichtig für den Schwarmtrieb:

  • genügend Flugbienen, die mit der Königin schwärmen können
  • genügend Ammenbienen, die das zurückbleibende Volk pflegen
  • genügend Brut, dass das zurückbleibende Volk später stark genug ist
  • genügend Vorräte, dass das zurückbleibende Volk nicht hungern muss
Wie erkenne ich, ob die Bienen schwärmen wollen?

Will die alte Königin ausziehen, braucht sie zuerst eine Nachfolgerin. Diese jungen Königinnen ziehen die Bienen in Weiselzellen heran, die (im Gegensatz zur anderen Brut) immer senkrecht nach unten gebaut sind. Ein Vorteil für uns Imker: Wir sehen sie gut. Bereits im April bauen Bienen erste Spielnäpfchen, diese werden zu Schwarmzellen, sobald die Königin sie bestiftet. „3-5-8, die Königin ist gemacht“, lautet ein Imkersprichwort. Drei Tage Ei, fünf Tage Larve, dann wird die Zelle verdeckelt und nach 16 Tagen schlüpft die Königin.

Wo sehe ich Weiselzellen?
  • Kippkontrolle: Da die Bienen Schwarmzellen häufig mitten im Brutnest bauen, kann man bei einem zweigeteilten Brutraum die obere Brutzarge so anheben, dass man ihre Unterseite inspizieren kann. Besonders gut geht es zu zweit: Dann kann ein Imker von hinten kippen, der andere von vorne in die Wabengassen spähen und sogar noch Waben aus der unteren Zarge ziehen, wenn die zweite Zarge im rechten Winkel angekippt ist. Wer dort Weiselzellen entdeckt, sollte sich überlegen, wie er die Schwarmverhinderung durchführt.
  • Waben ziehen: Wer mit einräumigem Brutraum imkert, kann nicht kippen. Hier muss der Imker die Waben ziehen und sie kontrollieren. Wenn viele Bienen auf den Waben sitzen, sollte man sie eventuell abstoßen, sodass man keine Zelle übersieht. Tipp: Besonders auf dem Drohnenrahmen tummeln sich gerne Schwarmzellen.
  • Legt die Königin noch? Kurz bevor die Königin schwärmen will, wird sie auf „Diät“ gesetzt und legt nicht mehr. Sind keine Stifte mehr zu finden, ist das also ein schlechtes Zeichen. Die Königin ist schon weg, oder will bald abhauen.
Den Bienen Platz und Arbeit geben
  • So geht’s: Die Bienen müssen genug Platz haben – ist es eng, kommen sie schneller in Schwarmstimmung. Hier sind Magazin-Beuten gut, die sich beliebig erweitern lassen. Die Bienen können so mehr brüten und mehr Honig einlagern. Wer die Bienen im Honigraum noch Mittelwände ausbauen lässt oder ihnen einen Baurahmen (Zum Artikel: Drohnenrahmen – Varroa bekämpfen und Wachs ernten) gibt, beschäftigt sie zusätzlich.
  • Der Effekt: Die Bienen haben mehr Platz, mehr zu tun und kommen nicht so schnell in Schwarmstimmung.
  • Vorsicht: Man sollte den Raum auf die Volkstärke anpassen. Haben die Bienen zu viel Raum, kriegen sie ihn bei Kälteeinbrüchen nicht gut geheizt und sind anfälliger für Krankheiten wie Kalkbrut. Zudem trocknen sie dann den Honig nicht mehr so gut.
Vorbeugende Schwarmverhinderung: Völker ausgleichen
  • So geht’s: Wenn Völker unterschiedlich stark sind, kann man die bienenbesetzten Honigräume tauschen und so dem starken Volk viele Flugbienen klauen. Im Extremfall kann man die Völker auch verstellen: Ein starkes auf den Platz eines schwachen und das schwache dafür auf den Platz des starken.
  • Der Effekt: Das starke, schwarmtriebige Volk hat weniger Bienen und überlegt sich nochmal, ob es schwärmen will.
  • Vorsicht: Wer Bienen verstellt oder Honigräume tauscht, sollte das in die Stockkarte schreiben. Ansonsten beurteilt man die Völker nachher falsch, wenn eigentlich schlechte Völker auf einmal volle Honigräume haben.
Schröpfen und Ableger bilden
  • So geht’s: Als Imker entnimmt man frühzeitig Brutwaben und bildet damit Ableger oder Sammelbrutableger, die später als Pflegevölker für die Königinnenzucht dienen.
  • Der Effekt: Man dämpft die Entwicklung der Völker, die damit nicht ganz so stark werden und weniger in Schwarmstimmung kommen.
  • Vorsicht: Nie die Königin mit umhängen, sonst wird das Volk weisellos – wenn die Majestät gezeichnet ist, sieht man sie besser. Zu starkes Schröpfen kostet zudem Honig, denn: Zwei Brutwaben entsprechen später einer halben Zarge Flugbienen.

Quelle: Biene & Natur