Der Regenwald im Amazonasgebiet brennt

Foto: wikipedia, Rauchentwicklung vom Sateliten aus gesehen

Die Waldbrände im Amazonas-Regenwald 2019 betrafen die Wälder im Gebiet des Amazonas in Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Paraguay und Peru bis zu Grenzregion Argentiniens in Gran Chaco. Im August 2019 verbrannten allein binnen fünf Tagen 471.000 Hektar Wald.

Zwar treten bereits seit Jahren Waldbrände in der Region auf, jedoch begann im Mai 2019 eine Trockenperiode, auf die zahlreiche Waldbrände folgten. Der Anstieg entspricht über 88 % zum Vorjahr im Juni 2019.  Es kann zwischen 40 bis 50 Jahren dauern bis wieder Sekundärwald gewachsen ist. Mindestens 100 Jahre werden benötigt, bis sich der Regenwald komplett regeneriert hat. Der durch die Brände freigesetzte CO2-Ausstoß trägt zur Verschärfung der Klimakrise bei.

Wälder als CO2-Senker

Foto: Wikipedia

Als Kohlenstoffsenken fungieren nur Wälder, in welchen eine Nettoproduktion zu verzeichnen ist.[61] In sehr alten Wäldern findet jedoch kein Nettozuwachs mehr statt. Dort halten sich Zerfallsprozesse (bei denen CO2 freigesetzt wird) und die Fixierung von CO2 aus der Luft die Waage. Die Menge des in einem solchen Wald gespeicherten Kohlenstoffes schwankt dann um einen Mittelwert in annähernder Höhe des Maximalwertes, solange keine Störung im System auftritt (Naturkatastrophen, menschliches Eingreifen).[62]

Durch Aufforstungen kann somit CO2 sequestriert werden. Eine stoffliche Nutzung entzieht der Atmosphäre CO2 auf eine relativ lange Zeit. Der Wachstumsdynamik von Wäldern folgend kann – eine stoffliche Nutzung vorausgesetzt – so theoretisch auf einer Fläche derselben Größe durch konstante Nutzung langfristig mehr CO2 gebunden werden, als in einem alten Wald gespeichert ist. Aus diesem Grunde wird seit einiger Zeit die Möglichkeit der Anrechnung von Holzprodukten in der Bilanzierung im Rahmen des Kyoto-Nachfolgeprotokolls gefordert.

Der Kohlenstoff ist durchschnittlich zu 68 % in der Biomasse der Vegetation, zu 17 % im Waldboden in der Form von Humus, sowie in Totholz gespeichert.[63] Die Anteile variieren je nach Waldgesellschaft. So weisen boreale Wälder oft mächtige Auflagen organischen Materials über dem Waldboden auf. Auch die Menge von Totholz in einem Wald kann sehr unterschiedlich sein und ist das Ergebnis forstwirtschaftlicher Entscheidungen, beziehungsweise der Nachfrage nach normalerweise minderwertigen Holzsortimenten.

CO2-Emissionen

Bäume betreiben oxygene Photosynthese und benötigen zum Wachstum das CO2 der Luft. Wälder sind aus diesem Grund die größten CO2-Speicher auf der Landoberfläche der Erde. Aus diesem Grund wirkt Entwaldung als CO2-Quelle (unmittelbare Freisetzung bei Brandrodung oder bei Drainage, verzögerte Freisetzung bei einer vorangehenden stofflichen Nutzung des Holzes). Gleichzeitig können Wälder auch zur CO2-Sequestrierung beitragen. Eine Kompensation der durch die Entwaldung verursachten Emissionen im Rahmen der Landnutzung ist nur durch Aufforstungen möglich, und auch nur unter bestimmten Bedingungen.

Aufforstungen und Wiederaufforstungen

Foto: Wikipedia – Itahuania – Août

Das Kyotoprotokoll ermöglicht es Industriestaaten, durch Aufforstungsmaßnahmen in Entwicklungsländern die eigene CO2-Bilanz zu verbessern. In den Tropen ist die Fixierung von bis zu 15 t Kohlenstoff pro Hektar und Jahr möglich.[74]

Gegen Aufforstungen sprechen einige Aspekte, darunter die Konkurrenz mit der Landwirtschaft um Wasser und Anbaufläche und somit auch der Nahrungsmittelproduktion. Der ökologische Wert gepflanzter Wälder, besonders im Falle plantagenartiger Bewirtschaftungsformen, ist relativ gering.

Die weltweit mit weitem Abstand größten Anstrengungen zur Aufforstung unternahm China mit seinem Projekt der Grünen Mauer. Seit dem Jahr 2000 wurden über 4 Millionen Hektar Wald gepflanzt.[51] In China ist besonders die Erosion seit Jahrhunderten ein bekanntes Problem. An zweiter Stelle folgt Spanien mit knapp 300.000 Hektar. Hintergrund sind hier auch Förderprogramme der EG. Spanien ist stark von Desertifikationsprozessen betroffen: Der spanischen Naturschutzbehörde ICONA zufolge waren 1991 1 Million Hektar bereits verwüstet, und 18,1 % des Landes (9 Millionen Hektar) seien stark von Erosion betroffen.[75]

Quelle: Wikipedia

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